PM: Radschnellverbindungen durch Dreieich reichen dem ADFC nicht.

ADFC Dreieich präsentiert seine Vorstellungen vom zukünftigen Dreieicher Radroutennetz.

Dreieich. Die öffentliche Diskussion drehte sich in den vergangenen Monaten vornehmlich um die Route der Raddirektverbindung zwischen Darmstadt und Frankfurt, in Fachkreisen FRM1 genannt. Auch für den ADFC ist diese Route äußerst wichtig, weil sie mehr Menschen dazu animieren wird, zukünftig häufiger das Fahrrad für ihre Mobilität nicht nur in der Freizeit, sondern besonders auch im Alltag zu nutzen.

Radnetz (Details unten bei Klick auf Bilder einsehbar)
Radnetz (Details unten bei Klick auf Bilder einsehbar)

„Das bereits fertig gestellte Teilstück südlich von Egelsbach wird sehr gut angenommen“, weiß ADFC-Vorstandsmitglied Oliver Martini. „aber wir sehen auch, dass für Radfahrende, die nicht nach Dreieich wollen, die vom Stadtparlament beschlossene Route durch Sprendlingen einen kleinen Umweg darstellt. Außerdem wurde seit dem Start des Projektes vor sechs Jahren das Regelwerk für Radschnellwege geändert. Die aktuellen Regeln müssen bei der anstehenden Planung beachtet werden, um die erheblichen Fördermittel des Landes in Anspruch nehmen zu können.“

Jetzt wurden in einer Onlineveranstaltung verschiedene Varianten vorgestellt. Demnach wird die endgültige Route vermutlich westlich von Sprendlingen verlaufen. Damit wird sie für viele Dreieicher nur eingeschränkt nützlich sein, weil sie weit ab von ihren Wohnungen, Arbeitsplätzen, Schulen, KiTas, Einkaufsmöglichkeiten und öffentlichen Einrichtungen verläuft. Deshalb müssen gute Zubringer zur Raddirektverbindung geschaffen werden. Für den ADFC ist ein Dreieicher Radnetz deshalb mindestens ebenso wichtig wie die Raddirektverbindung selbst.

Seine Vorschläge hierzu stellte der Verein bereits am Runden Tisch Radverkehr vor und stimmte es mit den Ideen des Beratungsbüros ab, das seit Jahresbeginn den Runden Tisch fachlich begleitet.

Der vorgestellte Plan zeigt einerseits wichtige Zubringer zur geplanten Raddirektverbindung, darunter Routen, die bereits seit vielen Jahren intensiv genutzt werden. Darüber hinaus sind aber auch wichtige Routen für tägliche Besorgungen sowie sichere Wege zur Schule und zur Arbeit nötig. Auch diese sind in dem Plan enthalten.

Dem ADFC reicht es nicht, wenn Hinweisschilder den Weg ans Ziel beschreiben. Es müssen auch Maßnahmen ergriffen werden, die das Radfahren sicher und komfortabel machen. Fehlende Sicherheit im Straßenverkehr ist das am häufigsten genannte Kriterium, das Menschen davon abhält, das Verkehrsmittel Fahrrad zu nutzen.

So ist es nicht verwunderlich, dass die vorgelegten Pläne weitere Fahrradstraßen vorsehen, auf denen der Radverkehr Vorrang hat. Ebenso wünscht man sich mehr Straßenabschnitte, auf denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit für alle Fahrzeuge auf 30 km/h begrenzt wird. Auch Fahrradwege und –streifen sind angedacht, und einige Wege müssen hergerichtet werden, damit Radeln darauf komfortabel vonstatten gehen kann.

Liegt die Planung der o.e. Raddirektverbindung in erster Linie in den Händen der Regionalpark Südwest eGmbH, wird es Aufgabe der Stadt Dreieich sein, das Radroutennetz Dreieich in Eigenregie zu realisieren. Die Zeichen dafür stehen günstig, denn nie zuvor gab es so viele Fördermittel von Bund und Land wie aktuell. Von der Dreieicher Politik sollte ebenfalls die nötige Unterstützung kommen, denn im Kommunalwahlkampf 2021 sprachen sich BfD, CDU, FDP, Grüne, SPD (in alphabetischer Reihenfolge) mehr oder weniger deutlich dafür aus, den Radverkehr zu fördern.

Die finanzielle Unterstützung von Bund und Land ist jedoch nur möglich, wenn die Kommune die erforderlichen Pläne einreichen kann um aufzuzeigen, welche Maßnahmen geplant sind. Ein mögliches Problem dabei, dass viele Kommunen kennen: Es fehlt dafür das Personal. In Dreieich wollte man beim ADFC nicht warten. Die Pläne wurden vom ADFC-Mitglied Michael Dinter ausgearbeitet. Er ist ausgebildeter Verkehrsplaner und war bis vor wenigen Monaten für eines der renommiertesten Architekturbüros Europas tätig. Jetzt, im Ruhestand, arbeitet er gratis für seine Heimatstadt.

„Hoffen wir mal, dass unsere Vorschläge für das Radroutennetz Dreieich nicht dasselbe Schicksal erleiden wie das ADFC-CityVerkehrsKonzept für die Sprendlinger Innenstadt. Dieses stellten wir im September 2014 vor. Von Politik, Verwaltung und Lokalpresse gelobt, passierte aus unserer Sicht danach eigentlich nichts. Dabei brauchen wir dringend kluge Konzepte und deren zeitnahe Umsetzung, um auch in Dreieich die Verkehrswende schnellstmöglich zu realisieren,“ stellt Oliver Martini für den Vorstand des ADFC Dreieich fest.


Hinweis zu den anhängenden beiden Skizzen: Sie zeigen einmal das vorgeschlagenen Routennetz des westlichen Stadtgebietes, sowie das östliche. Abhängig vom endgültigen Verlauf der Radschnellverbindung werden die Zubringer angepasst.

Bildergalerie

Radnetz Sprendlingen, Buchschlag

Radnetz Sprendlingen, Buchschlag

Copyright: Dieter Fröhlich
Radnetz Dreieichenhain, Götzenhain, Offenthal

Radnetz Dreieichenhain, Götzenhain, Offenthal

Copyright: Dieter Fröhlich

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