PM: WebTalk der Grünen über die Raddirektverbindung DA-F vom 27.02.2021

Dreieich. „Da haben wir viel gelernt beim WebTalk der Grünen am 27. Februar“, meint Oliver Martini vom ADFC-Dreieich, „Einige Anmerkungen möchten wir vom ADFC trotzdem loswerden“:

Radschnellweg Symbolbild (1)
Radschnellweg Symbolbild (1)

„Wenn die Route nicht durch Sprendlingen geführt wird, wird sie nach unserer Ansicht dem Anspruch nach dem angestrebten, siedlungsnahen Verlauf nur bedingt gerecht. Das wird den meisten Sprendlingern dann vermutlich egal sein, denn wer radelt erst drei oder mehr Kilometer nach Westen, wenn er nach Norden oder Süden will? Die Stadt Dreieich zahlt also ihren Anteil für die Radverbindung, aber die meisten Dreieicher*innen werden nichts davon haben.“

Auch wenn der kritisierte Zickzackkurs durch Sprendlingen keine Chance als Teil der Raddirektverbindung mehr haben sollte, so Martini, wird es sich auch bei keiner der fünf Alternativen um eine Geradausstrecke handeln. Das zeigten bereits die Vorschläge der Grünen und Bürger für Dreieich, obwohl sich die Zahl der Konfliktpunkte reduzieren wird. Die Querung der Buchschlager Allee ist einer davon. Vielleicht denkt man ja mal über eine Brücke für Fußgänger und Radler nach und bringt so ein wenig Kopenhagen nach Dreieich.

Mit dem Radweg sollen ja nicht nur die zufrieden gestellt werden, die bereits heute mit dem Rad zu ihrem Arbeitsplatz radeln. Vielmehr sollen zusätzliche Nutzergruppen, sprich Pendler, die es nicht weiter als 15 Kilometer zum Arbeitsplatz haben, motiviert werden, vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen. Dabei zählt aber nicht allein, möglichst schnell von A nach B zu kommen. Sicherheit und Komfort sind mindestens ebenso wichtig. Dafür nehmen viele Radler einen kleinen Umweg in Kauf, zeigen sich die ADFC-Radler überzeugt.

Immer wieder werden Bedenken geäußert, dass im Verlauf der „Beule“ in großer Zahl Parkplätze wegfallen könnten. „Dabei wird gern ignoriert, dass dies gar nicht der Fall ist. Was hier als Parkplätze bezeichnet wird, sind Flächen auf der Fahrbahn im öffentlichen Raum, die dem fließenden Verkehr zur Verfügung stehen sollten. Leider traut sich bisher niemand, dies deutlich auszusprechen“, meint das ADFC-Vorstandsmitglied. „Tatsächlich sind die erwähnten Straßen breit genug für einen sicheren Radverkehr, wäre der Platz nicht durch geparkte Fahrzeuge blockiert.“ Wenn es hier also nicht den geplanten Raddirektweg geben sollte, so sehen die ADFC-Aktiven Straßen wie Poststraße, Erich-Kästner-Straße, Immanuel-Kant-Straße und Tannenweg, aber auch die Rostädter Straße, als Teile wichtiger Zubringerrouten, was auch eine Umwidmung in Fahrradstraßen bedeuten könnte.

Auch die so genannte Sommerroute westlich der Bahntrasse sieht der ADFC nicht vom Tisch. Sie soll allerdings weder verbreitert, asphaltiert noch beleuchtet werden, was auch nicht vorgesehen war. Laut Förster Peter Sturm, der vor einigen Tagen an gleicher Stelle zu Gast war, soll der vorhandene Weg ertüchtigt werden, sobald die Sturmschäden vom August 2019 beseitigt sind.

Wo immer die Route schließlich verlaufen wird, soll eine Akzeptanz bei den Anwohnern erreicht werden. „Das sollte machbar sein“, meint Oliver Martini, „selbst wenn einige Bürgerinnen und Bürger in ihren individuellen mobilen Gewohnheiten ein wenig eingeschränkt werden. Die viel besungene Verkehrswende kann nur funktionieren, wenn wir den begrenzten Raum neu verteilen. Es wäre doch toll, wenn Dreieich hier mit gutem Beispiel vorangeht. Die Verwendung des Begriffs Fahrradautobahn ist in diesem Zusammenhang etwas unglücklich, weil er eher Widerstände fördert als entkräftet.“

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