Leserbrief: Späte Reaktion der „Freunde des Radschnellwegs“

In einem Leserbrief, der am 29. Dezember in der Offenbach Post abgedruckt wurde, bot Wolfgang Hahn im Namen der Freunde des Radschnellweges auch dem ADFC deren "Expertise" an. Wir haben uns daraufhin über das eigenartige Vorgehen der Freunde des Radschnellweges gewundert. Als Antwort haben wir den folgenden Leserbrief formuliert:

Radschnellweg Symbolbild (3)
Radschnellweg Symbolbild (3)

Laut Herrn Hahn sind die „Freunde des Radschnellwegs“ bereit, mit ihrer Expertise den ADFC zu unterstützen. Das ist toll, obwohl bei uns langsam Zweifel aufkommen, ob es sich bei der Bürgerinitiative um wahre Freunde handelt. Auf deren Expertise sind wir jedenfalls gespannt, schon deshalb, weil Herr Hahn in seinem Leserbrief sinngemäß nicht viel mehr wiederholte, was zuvor andere Kritiker verlauten ließen.

Vielleicht können uns die Freunde des Radschnellwegs davon überzeugen, dass sie sich nicht nur für einen Radweg entlang der Bahnlinie einsetzen, sondern für eine Förderung des Alltags-Radverkehrs, sowie für andere Mobilitätskonzepte, die das Auto nicht länger in den Vordergrund stellen. Und wir sind sehr daran interessiert zu erfahren, was sie konkret unternehmen wollen, um dies zu erreichen. Das könnte unsere Zweifel beseitigen.

Hätten wahre Freunde es nicht begrüßt, als sich 2013 ein Arbeitskreis bildete, der aus den Anrainerkommunen, dem ADFC, Hessen-Mobil, der Hochschule Darmstadt und dem Regionalverband FrankfurtRheinMain besteht? Interessieren sich wahre Freunde nicht generell für die Förderung des Radverkehrs, nicht erst, wenn sie direkt vor ihrer Haustür stattfindet.

Hätten sich wahre Freunde des Radschnellwegs nicht riesig gefreut, als vor fünf Jahren bekannt wurde, dass das Land Hessen eine schnelle Verbindung für Radler zwischen Darmstadt und Frankfurt finanziell fördern wird? Dann hätten wahre Freunde sich angeboten, aktiv an dem Entstehungsprozess mitzuarbeiten und hätten frühzeitig Kontakt aufgenommen zu den Institutionen, die sich mit der Planung beschäftigen.

Hätten wahre Freunde nicht auch vor Jahren Kontakt aufgenommen zur Rathausspitze in Dreieich, zum Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie (SUE), zum Runden Tisch Radverkehr, um sich über den Fortschritt des Projektes zu informieren und hätten Kontakt zu Gleichgesinnten wie dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club gesucht, um sich auszutauschen?

Und hätten sie nicht bereits im Jahre 2014 eine Bürgerinitiative gründen können, wenn nicht sogar müssen, als in der Zeitung die zur Diskussion stehenden Routenvarianten veröffentlicht wurden? Spätestens aber, nachdem die Dreieicher Stadtverordneten in 2018 die Route durch Sprendlingen verabschiedeten, hätten sie aktiv werden können. Besser wäre allerdings gewesen, wenn die „Freunde“ die öffentlichen Sitzungen des SUE und der Stadtverordnetenversammlung besucht hätten. Dann hätten sie frühzeitig den aktuellen Projektfortschritt gekannt, bzw. ihn erfragen können.

Wahre Freunde hätten auch nicht die Radwegweiser falsch interpretiert, die im Sommer 2020 für das überarbeitete, hessenweite Rad-Hauptnetz aufgestellt wurden. Sie wären informiert gewesen, oder hätten bei der Institution nachgefragt, die die Wegweisung veranlasst hatte, oder hätten im Dreieicher Rathaus angefragt.

Insofern sind wir gespannt auf die Expertise der Sprendlinger Freunde des Radschnellwegs und hoffen, dass wir und alle anderen Freunde von Radschnellwegen, Raddirektverbindungen, Radschnellverbindungen davon profitieren. Wir freuen uns auf Terminvorschläge für die zweite Videokonferenz.

(Bild: © HMWEVW – Corinna Spitzbarth)

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